Das Shelly 2PM Gen4 steuert zwei unabhängige Stromkreise oder einen Rollladen mit Energieverbrauchsmessung pro Kanal. Multi-Protokoll Wi-Fi, Zigbee und Matter, es lässt sich lokal in Home Assistant integrieren ohne Cloud-Umleitung.
Das Shelly 2PM Gen4 ist so etwas wie das Schweizer Taschenmesser unter den einbaubaren Smart-Home-Modulen. Auf dem Papier und in der Praxis macht es zwei Dinge sehr gut: zwei separate Verbraucher steuern (zwei Leuchten, zwei Geräte) mit Energieverbrauchsmessung pro Kanal, oder einen bidirektionalen Motor für einen Rollladen, Rollo oder Markise steuern. Und wo das Gen4 im Vergleich zum Gen3 wirklich punktet, ist der Umstieg auf einen leistungsstärkeren MCU mit mehr RAM, was sich auf Reaktivität und eingebettetes Scripting auswirkt. Der Rolladen-Teil ist ernsthaft: Kalibrierung, Positionssteuerung in Prozent, Hinderniserkennung und sogar Lamellenneigungssteuerung für Jalousien.
Bei Home Assistant handelt es sich eindeutig um Premium-Qualität, und das ist genau der Grund für diese hohe Bewertung. Die native Shelly-Integration erkennt es automatisch, funktioniert über Local Push (RPC-Protokoll über WebSocket) und erfordert keinen Umweg über die Shelly-Cloud. Alles bleibt lokal, man erhält jeden Kanal als separate Entity, hat Leistungssensoren, und für fortgeschrittene Integratoren gibt es die HTTP-API, MQTT(S), Webhooks und Scripts. Ehrlich gesagt, für eine Home-Assistant-Installation im Local-First-Stil ist das genau das, was man braucht. Man kann das Modul auch auf Zigbee (ZHA oder Zigbee2MQTT) umschalten oder es im Matter-Modus lassen, aber Achtung: es ist das eine ODER das andere, der Wechsel erfolgt per Firmware (5 Tastendruck). Und ein nützlicher Hinweis: Matter läuft hier über Wi-Fi, nicht über Thread. Das Modul ist kein Thread-Router, trotz manchmal anderslautender Informationen.
Jetzt zu den Schwachpunkten, denn eine 100% positive Bewertung hilft niemandem. Die Klemmen sind wirklich winzig: Sobald man in einer vollen Unterputzdose doppelte Neutralleiter anbringen muss, endet man mit Wago-Verbindern und der Platzvorteil des Moduls leidet darunter. Die exklusive Zigbee/Matter-Wahl kann auch frustrierend sein für diejenigen, die zwischen beiden jonglieren wollten. Im Vergleich zum Sonoff DualR3 bleibt das Shelly kompakter und vor allem besser ausgestattet beim offenen Ökosystem und Software-Support, auch wenn der Sonoff bei manchen Versionen das Vorteil eines DIN-Schienen-Formats behält. Und im Vergleich zum eigenen Vorgänger Shelly Plus 2PM Gen3 liegt der echte Mehrwert des Gen4 mehr im nativen Multi-Protokoll-Support (Zigbee + Matter ohne Hub) als in einem großen Funktionssprung.
Am Ende verdient das Shelly 2PM Gen4, besonders für seinen Preis, seine 4,5/5. Es ist ein zuverlässiges, offenes Modul, perfekt zuhause in Home Assistant, mit Energiemessung und Rolladensteuerung in einem Gehäuse. Es verliert seinen Halbpunkt wegen der kleinteiligen Klemmen und wegen der etwas zu beworbenen "Multi-Protokoll"-Seite beim genauen Hinschauen. Aber um ein Haus lokal auszustatten ohne Cloud-Abhängigkeit, ist das eine der besten Optionen auf dem Markt.
Typ: Einbau-Mikromodul 2 Kanäle mit Leistungsmessung und Rolladensteuerung
Konnektivität: Wi-Fi 802.11 b/g/n/ax 2,4 GHz, Bluetooth 5.0, Zigbee 3.0, Matter (Zigbee und Matter nicht gleichzeitig, Wechsel per Firmware)
Home-Assistant-Integration: Native Shelly-Integration, automatische Erkennung, Local Push via RPC/WebSocket, 100% lokale Funktionsweise ohne Cloud
Weitere Integrationen: Dokumentierte HTTP-API, MQTT(S), WebSocket, HTTP/HTTPS-Webhooks, UDP, eingebettetes Scripting (mJS)
Sprachassistenten: Amazon Alexa, Google Home, Samsung SmartThings, Apple HomeKit (via Matter)
Ausgänge: 2 Relaiskanäle, 10 A pro Kanal, 16 A insgesamt, 18 A in der Spitze (Herstellerangabe; einige französische Einträge geben 8 A pro Kanal an, Vertrauen: hoch für Herstellerangabe)
Stromversorgung: 110-240 V AC, 50/60 Hz
Rolladensteuerung: Modi Detached, Einzeleingang, Doppeleingang; Kalibrierung, Positionssteuerung, Hinderniserkennung, Lamellenneigungssteuerung (Jalousien)
Energiemessung: Pro Kanal, in Echtzeit, lokale oder Cloud-Speicherung
Eingänge: 2 Schalter-/Taste-Eingänge auf Schraubklemmen (S1, S2)
Leiterquerschnitt: 0,2 bis 2,5 mm² (24 bis 14 AWG)
Abmessungen: 37 x 42 x 16 mm
Gewicht: 30 g
Schutz: Externer Schutzschalter erforderlich, max. 16 A (EN 60898-1, Kurve B oder C); interner Temperatursensor und thermischer Schutz
Garantie: 3 Jahre